Was ist Wudu (Abdest)?

Die Gebetswaschung (Wudu, Abdest) musst du durchführen, bevor du beten darfst.

Es ist ein so wichtiger Teil des Gebets, dass, wenn du aus Unwissenheit, Vergesslichkeit oder Nachlässigkeit darauf verzichtest, dein Gebet von Allah nicht akzeptiert wird.

Unser Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) sagte:

„Kein Gebet wird ohne Wudu (Reinigung) akzeptiert“. (Sahih Muslim, Buch 2, Hadith 2)

Gebetswaschung im Islam

Schritt 1

Fasse deine Absicht.

Die Absicht fässt du in deinem Herzen. Du brauchst dafür nichts auszusprechen.

Es reicht, dass du in deinem Inneren die Absicht hast: “Jetzt will ich die Gebetswaschung verrichten, damit ich danach beten kann”.

Schritt 2

Sag Bismillah.

Bevor du mit der Gebetswaschung beginnst, sagst du Bismillah.

Du kannst das leise sagen oder innerlich in deinem Herzen aussprechen.

Schritt 3

Wasche 3x deine Hände.

Der Prophet Muhammad ﷺ brachte uns bei, zuerst mit der rechten Seite zu beginnen.

Wasche deine rechte Hand drei Mal von den Fingerspitzen bis zum Handgelenk.

Achte darauf darauf, dass das Wasser jeden Teil deiner Hand berührt.

Das gleiche machst du danach drei Mal mit der linken hat.

Schritt 4

Spüle 3x deinen Mund aus.

Nimm etwas Wasser in deine rechte Hand. Spüle damit deinen Mund drei Mal gründlich aus.

Schritt 5

Spüle 3x deine Nase aus.

Nimm etwas Wasser in die rechte Hand und ziehe es durch die Nase.

Das Einziehen von Wasser in die Nase ist hier ähnlich wie das Einatmen von Luft.

Schnaube das Wasser nach jedem Einziehen wieder aus.

Ziehe nicht zu viel Wasser ein, damit du dich nicht verletzt.

Schritt 6

Wasche 3x dein Gesicht.

Du musst dein komplettes Gesicht waschen.

Das heißt: Von Ohr zu Ohr und von der oberen Stirn bis zum unteren Ende deines Kinns.

Das machst du drei Mal.

Männer mit Bart nehmen fahren mit nassen Händen durch den Bart, während sie ihr Gesicht waschen.

Schritt 7

Wasche 3x deine Arme.

Wasche zuerst deinen rechten Arm drei Mal von den Fingerspitzen bis zum Ellbogen.

Achte darauf, dass keine Stelle trocken bleibt.

Das gleiche machst du drei Mal mit dem linken Arm.

Schritt 8

Wische 1x über deine Haare.

Führe deine nassen Hände vom oberen Teil deiner Stirn zum Hinterkopf und dann vom Hinterkopf zur Stirn.

Das machst du nur ein Mal.

Du musst deinen Kopf nicht durchnässen.

Es reicht, wenn du mit feuchten Händen kurz über deine Haare fährst.

Egal ob du eine Glatze, kurzes oder langes Haar hast; der Vorgang ist immer gleich.

Schritt 9

Reinige 1x deine Ohren.

Dieser Schritt sollte mit demselben Wasser wie im vorherigen durchgeführt werden.

Mit den nassen Händen reinigst du mit den Zeigefingern die Innenseite deiner Ohren und mit dem Daumen den Bereich hinter den Ohren.

Schritt 10

Wasche 3x deine Füße.

Ähnlich wie bei den Händen wäschst du drei Mal deine Füße.

Beginne mit den Zehen des rechten Fußes und wasche ihn bis einschließlich des Knöchels.

Achte darauf, dass das Wasser jeden Bereich des rechten Fußes berührt; besonders zwischen den Zehen und an der Rückseite des Knöchels.

Das gleiche machst du danach drei Mal mit deinem linken Fuß.

Schritt 11

Rezitiere die Shahada (Glaubensbekenntnis) und das Dua (Bittgebet).

Wenn der Prophet ﷺ sein Wudu beendete, sprach er die Schahada:

Ash-hadu an la ilaha illal lahu wa ash-hadu anna Muhammadan ‘abduhu wa rasuluh.

(Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, und ich bezeuge auch, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist)

Danach sprach er ﷺ dieses Dua :

Allahuma j’alnee mina tawabeen waj-‘alnee minal mutatahireen

(O Allah, mach mich zu einem derjenigen, die Buße tun, und mach mich zu einem derjenigen, die sich reinigen)

Wichtig: Dieser Schritt ist freiwillig. Dafür kannst du eine größere Belohnung bei Allāh ﷻ erwarten.

Gebetswaschung mit Socken

Hast du deine Socken angezogen, während du im Wudu-Zustand warst?

Dann brauchst du für das nächste Wudu deine Füße nicht noch einmal zu waschen.

Sobald du deine Gebetswaschung erneuern willst, überspringst du Schritt 10.

Stattdessen machst du folgendes:

Wische mit beiden Händen 1x über die Oberseite deiner Füße (von den Zehen bis zum Beinansatz).

Deine Hände müssen dabei noch feucht sein.

Wenn deine Hände komplett trocken geworden sind, machst du sie ein klein wenig nass.

Die gleichen Regeln gelten für Schuhe, sofern sie bis zu den Knöcheln reichen.

Wichtig: Diese Erleichterung darfst du maximal 24 Stunden nutzen. Die Zeit beginnt, sobald du das erste Mal gestrichen hast.

Danach musst du deine Füße erneut waschen, kannst dann aber wieder Socken anziehen.

Wie lange hält mein Wudu an?

Deine Gebetswaschung ist aufgelöst, sobald einer der folgenden Fälle eintritt:

Natürliche Auflüsse

Alles, was aus dem Körper austritt, etwa Urin, Lusttropfen, Stuhl oder Darmgase. 

Einschlafen

Dazu zählt nur der echte, tiefe Schlaf. Kurzes einnicken zählt nicht dazu.

Bewusstlosigkeit

Auch dann, wenn es nur für wenige Augenblicke ist.

Ejakulation / Periode

Dies gilt für Mann und Frau. In dem Fall ist die große Gebetswaschung (Ghusl) erforderlich.

Häufige Fragen zur Gebetswaschung

Wenn du Zweifel hast, ob du dein Wudu gebrochen hast, baust du auf Gewissheit auf.

Die Grundregel lautet im Islam: Gewissheit wird nicht durch Zweifel aufgehoben.

Das heißt:

Stell dir vor, du stehst im Gebet.

Du hast Gewissheit, dass du die Gebetswaschung vollzogen hast.

Wenn du jetzt das Gefühl hast, dass du Luft gelassen hast, betest du weiter. Du hast weiterhin Wudu.

Aber: Wenn du einen Geruch wahrnimmst oder ein Geräusch hört, weißt du mit Gewissheit, dass du dein Wudu gebrochen hast.

In diesem Fall brichst du dein Gebet ab und erneuerst dein Wudu.

Ja. Die Reihenfolge bei der Gebetswaschung im Islam ist verpflichtend. Wenn du sie nicht einhältst, ist dein Wudu ungültig.

Nein. Für die Gebetswaschung musst du deinen Intimbereich nicht reinigen. Du musst nur darauf achten, dass keine unreinen Substanzen (wie Kot oder Urin) an deinem Körper sind.

Frauen führen die Gebetswaschung genauso durch wie Männer. Es gibt keinen Unterschied.

Nein. Damit dein Wudu gültig ist, muss das Wasser alle erforderlichen Körperstellen benetzen. Der Nagellack stellt hier eine Barriere zwischen Wasser und Fingernägeln dar.

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